PRESSE-NOTIZEN

In der Frankfurter Rundschau vom 15./16. November 2008 wurde der Bockenheim-Kalender in folgender Notiz vorgestellt:

Ach guck! Der Bockenheimer wird’s kennen und schmunzeln. Das Bild, das der Verlag ‚edition-chrop‘ für den Juni seines Stadtteilkalenders ausgewählt hat, zeigt eine „Terrasse in Bockenheim“.  Tatsächlich ist sie in Eigenregie entstanden. Der Mieter hat sie seiner balkonlosen Wohnung zugeschlagen, indem er dem öffentlichen Raum durch eine mit Steinkübeln errichtete Barriere vor seinem Wohnzimmerfenster einen etwa drei Quadratmeter großen Flecken abgetrotzt hat. Die Sympathie der Bockenheimer scheint auf der Seite des „Bürgersteig-Besetzter“. Die Terrasse besteht seit gut drei Jahren. Der Stadtteilkalender indes erscheint 2009 zum ersten Mal.

Im Wormser Wochenblatt vom 30. Dezember 2008 fand sich folgende Sicht auf den Weiberkalender:

FRAUENSACHEMutige Wegweiserinnen
In den Kaufhäusern hängen in diesen Wochen Kalender mit muskulösen Männern und verführerischen
jungen Frauen. Was dort noch fehlt, ist der Kalender, der mir vor kurzem in die Hände fiel. Er heißt „Weiber zwischen 70 und 100“ und wurde von Dr. Christa Oppenheimer in der Edition Chrop verlegt.
Unsereine war vor allem begeistert vom farbigen Titelbild. Es sieht fast aus wie ein Gemälde von Henri de Toulouse-Lautrec, ist aber ein Foto und zeigt Eva Ebner, Jahrgang 1922. Sie hat ein keckes Gesicht, eine ritzerote Strubbelfrisur, trägt ein enges Kleid im Leopardenlook und ist mit üppigem Schmuck dekoriert.
Ein echter Hingucker! Die große Liebe ihres Lebens sei der Film gewesen, heißt es in der dazugehörigen
Kurzbiografie. Die gebürtige Danzigerin, Halbjüdin, arbeitete als Scriptgirl, Dolmetscherin und über zwanzig Jahre als Regieassistentin mit Regisseuren wie Fritz Lang, Wolfgang Staudte, Max Ophüls. Mit 64 Jahren wechselte sie die Seiten und wurde Schauspielerin. Seither hat sie in vielen Rollen mitgespielt und wurde so etwas wie eine Berühmtheit. Die elf übrigen Frauen dieses Kalenders stehen nicht alle so im Licht der Öffentlichkeit wie Eva Ebner, gemeinsam aber haben sie alle, dass sie über die Rente hinaus aktiv waren oder
danach erst richtig los gelegt haben. Wie beispielsweise die Ballonfahrerin Helma Sjuts, die mit 50 Jahren ihren Pilotenschein erwarb und ihrem Leben eine völlig neue Richtung gab. Inzwischen ist sie mehr als
123 000 Kilometer durch die Luft gefahren, ist eine der erfolgreichsten Gasballönerinnen der Welt und wurde 1990 sogar von Bundespräsident Richard von Weizsäcke als „erster Ballonfahrer“ (!) geehrt.
Unter den „alten Weibern“ ist eine Komponistin ist, ein Yoga- Lehrerin, die noch bis ins hohe Alter von 98 Jahren täglich meditierte und ihre Übungen machte, eine erfolgreiche Sportlerin, zwei Wissenschaftlerinnen, eine Politikerin, eine Hausfrau, eine Prädikantin und schließlich auch die Graue Pantherin Gerda Kühne.
Mein Kalender hat natürlich eine andere Funktion, als die Glamour- Kalender aus den Kaufhäusern.
Er erfreut mich nicht nur, er wird mir vielmehr immer wieder auch ein Ansporn sein, nach neuen Möglichkeiten und Betätigungsfeldern im Leben Ausschau zu halten, und mir ein Trost sein und mir Mut machen, wenn herbstliche Nebelschwaden mir den Blick trüben wollen. „Alter ist doch wunderbar, eben
weil nichts mehr sein muss“, sagt die Komponistin Barbara Heller, Jahrgang 1936. „Und Alter
bedeutet Freiheit! Wir können einfach da sein und glücklich leben.“
Ulrike Schäfer

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